Jetzt mal ehrlich: Was kostet ein SAP Business One Projekt? – Teil 2
1 Feb

Jetzt mal ehrlich: Was kostet ein SAP Business One Projekt? – Teil 2

Im vorangegangenen Teil unserer Serie rund um die Kosten eine SAP Business One Einführungsprojektes haben wir uns mit der grundsätzlichen Ausrichtung und Zielsetzung des ERP – Projektes im Hinblick auf den dadurch verursachten Aufwand beschäftigt. In diesen Teil soll es um die SAP Business One ADDONs, also irgendwie geartete Funktionserweiterungen, gehen und wie sie die Kosten beeinflussen.

SAP Business One ist eine Standardsoftware die viele Bereiche eines Unternehmens unterstützt. Über die letzten 13 Jahre sind die Funktionen des SAP ERP für den Mittelstand sehr tief in die Details der Prozesse vorgedrungen. Gleichzeitig gilt auch für SAP Business One, dass man als branchenübergreifende Geschäftssoftware eben nicht alle Spezialitäten jedes Unternehmens abbilden kann. Bei weltweit über 50.000 Installationen wäre dies auch ein unmögliches Unterfangen. Hier kommen die Addons, also Erweiterungen ins Spiel. Diese Anwendungen machen sich die Offenheit von SAP Business One zunutze. Streng objektorientiert programmiert schafft SAP B1 den Spagat einerseits eine geschlossene Anwendung zu sein, die keinen Zugriff auf den Quellcode durch Dritte erlaubt. Dies hat gewaltige Vorteile hinsichtlich der Wartbarkeit der Anwendung.

Anderseits gibt es eine Reihe von Möglichkeiten an diese „geschlossene Gesellschaft“ anzudocken, ohne dass die Exklusivität des Standardcodes beeinflusst wird. Diese Eigenschaft von SAP Business One kann von jedem (berechtigten) User genutzt werden, um das Programm anzupassen, sei es durch Benutzer definierte Felder, Tabellen oder Objekte. Und Vorsicht! Auch hierbei kann man so viel „verbiegen“, dass es des Guten zu viel ist. Wir sprechen hier vom Customizing, dazu aber mehr in einem kommenden Teil.

Branchenpakete und Funktionsbausteine

Die beschriebene Erweiterbarkeit von SAP B1 und die Anforderungen des Marktes haben dazu geführt, dass ganze Erweiterungspakete durch SAP Entwicklungspartner entstanden. Diese adressieren entweder Brachen mit ihren speziellen Bedürfnissen oder sie liefern Funktionsbausteine die Brachen übergreifend  einsetzbar sind.
Das eine wäre zum Beispiel ein PPS-ADDON für Metallverarbeiter wie SMS-PPS, das andere beispielsweise die integrierte Dokumentenverwaltung CKS-DMS.

Kosten der ADDONS für SAP Business One

Die Kosten, die hierbei für das Einführungsprojekt der SAP Anwendung entstehen schlagen auf der einen Seite mit zusätzlichen Lizenzkosten zu Buche. Zusätzlich muss aber deshalb nicht gleich beutend mit insgesamt teurer sein. In einigen Fällen können durch den Einsatz eines Addons SAP B1 Lizenzen eingespart werden. Auch mit den Lizenzkosten beschäftigen wir uns noch in einem extra Teil zu den Kosten einer SAP Business One Einführung.

Der andere Kostenblock der zu beachten ist entsteht durch einen eventuell höheren Aufwand der durch die Einführung, Customizing und Schulung der zusätzlichen Funktionen bedingt ist. Auch hier gilt: Das kann aber muss nicht so sein. Auf der einen Seite brauchen zusätzliche Funktionen die eventuell ganze Unternehmensprozesse erst in das ERP System transformieren, natürlich eigene Stammdaten, Metadaten und Regeln. Auf der anderen Seite kürzen manche neuen Funktionen des Addons einen Prozessduchlauf im Vergleich zum im Standard vorgesehenen Standardprozess, geschickt ab und sparen damit wertvolle Arbeitszeit und Ressourcen.

Mehr Spezialitäten – mehr Spezialisten

Ein zu betrachtender Kostenfaktor den der Einsatz eines ADDONS mit sich bringt ist die Anzahl und Art der dadurch erforderlichen ERP-Berater. Machen wir uns nichts vor: SAP Business One hat schon längst den Status verlassen, dass ein einzelner Experte alle Bereiche bis ins Detail mit Fachwissen abdecken kann. Kommt jetzt noch eine umfangreiche Funktionserweiterung dazu, ist auch oft hier ein zusätzlicher Consultant vonnöten. Hierbei entstehen unweigerlich zusätzliche Kosten. Nicht nur weil zusätzliche Stunden für die spezifische Beratungsleistung anfallen. Auch die Abstimmung zwischen den Beratern und der gesteigerte Bedarf für Projektmanagement gibt es nicht umsonst.
Letzteres lässt sich minimieren wenn man darauf achtet, dass die beteiligten Berater aus einem Haus kommen oder zumindest in diese Konstellation schon zusammen gearbeitet haben.

Kosten für den Betrieb von SAP Business One ADDONS

Für die Kosten für den Betrieb und Unterhalt der ERP Software haben ADDOns natürlich auch eine Relevanz. Je nach Erweiterung bedeutet mehr Funktionalität auch mehr Pflegeaufwand. Die großen Branchenpakete haben zum Beispiel eigene Updaterythmen Last but not least benötigt mehr Software auch mehr Hardware. Das kann schon mal zu heftigen Zuwachs ans Arbeitspeicherbedarf und Prozessorauslastung führen. „Ohne Schwein kein Schnitzel“ pflegt ein SAP Beraterkollege immer zu sagen. Hier gilt es sauber abzuwägen, was wirklich Mehrwert schafft, was nur ein „nice to have“ ist, oder was unter die Kategorie „das haben wir immer schon so gemacht“ fällt und auf den Prüfstand gehört. Dazu aber mehr im ersten Teil.

Tipps

  • Versuchen Sie immer gegenüberzustellen wie Sie eine Anforderung in Ihrem ERP-Projekt auf Basis des Standards von SAP Business One lösen würden und wie dasselbe Szenario sich durch den Einsatz eines Addons verändert.
  • Vergleichen Sie den Aufwand der durch ein erweitertes Customizing von SAP Business One oder durch den Einsatz von einem Addon ensteht
  • Prüfen Sie eine schrittweise Einführung. Manche Addons lassen sich durchaus ohne Verlust zu einem späteren Zeitpunkt einführen. Nachdem man erste oder weitere Erfahrungen mit SAP Business One gemacht hat und manche Dinge besser beurteilen kann.

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