28 Okt

SAP Business By Design, die Stille Post und die Rolle von SAP Business One

Nicht ganz so erfolgreich wie SAP Business One ist ein anderes Produkt der SAP in den Markt gestartet: SAP Business By Design.  Während SAP Business One mit 40.000 Installationen   das Feld der Mittelstands-ERP aufgerollt hat, sind ca. 700 Installation für SAP Business By Design tatsählich so mager, dass man um den Begriff Misserfolg nicht drumherum kommt.

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Ein typisches Beispiel von Stiller Post wurde jedoch  in den letzten Tagen auf öffentlicher Bühne demonstriert. Anfang dieser Woche rauschte es plötzlich durch den IT-Blätterwald:  SAP stoppt Milliardenprojekt „Business by Design“ titelte die Wirtschaftswoche und die Frankfurter AllgemeineSAPs leiser Abschied von Business ByDesign schrieb die IT-Times .. der dann gar nicht so leise war. Denn nun schrieben alle ab : SAP entwickelt Business by Design nicht mehr weiter (IT-Reseller) , SAP stoppt Entwicklung von Business By Design (Golem) usw. usw.

Was war wirklich passiert: SAP-Technik-Vorstand Vishal Sikka hatte bekannt gegeben dass zum einen tatsächlich die Weiterentwicklung von SAP By Design nur noch von einem kleinen indischen Team betrieben würde. Natürlich kommt das zwar einem Stopp gleich. Aber man darf getrost annehmen dass man By Design bald wieder in neuem Kleid auf die Bühne der Cloudsoftware kommen sieht.
Dann wenn die ganze Anwendung in Richtung HANA portiert wurde und im Ganzen oder Teilen als „Hochgeschwindigkeits-SAAS-ERP“  seine Stärken ausspielen kann.

So mancher SAP Business One -Partner reibt sich natürlich schon die Hände, scheint doch ein lästiger interner Konkurrent von der Bildfläche zu verschwinden.  Doch im Grunde ändert sich gar nichts. Wer eine mittelstandsfähige ERP aus dem Hause SAP mit hoher Flexibilität zur Anpassung auf die eigenen Bedürfnisse will (und wollte) liegt bei SAP Business One richtig. Richtiger als by SAP Business By Design, welches schon per Definition eines SAAS-Systems eben nicht so stark auf die jeweiligen Spezialitäten eines Unternehmens Rücksicht nehmen kann.

Zumindest für den deutschen Markt kann man dabei konstatieren, dass nicht SAP Business By Design gescheitert ist, sondern das Prinzip einer SAAS-ERP generell.  Wer sich für den Einsatz einer ERP für oft mehr als 10 Jahre entscheidet hat andere Prioritäten als unbegrenzte Skalierbarkeit nach oben und unten.  Nach dem die Bereitstellung über Virtualisierung ,über Mobil-Apps sowie diverser Webapplikationen für SAP Business One auch kein Problem darstellt, ist auch in Sachen Verfügbarkeit für eine SAAS Lösung kein größerer Vorteil auszumachen. Das Argument, man spare eigene Ressourcen für die Administration, fällt  für eine Lösung auch nicht sonderlich in Gewicht, wenn man weiß dass für eine Lösung wie SAP Business One im Regelfall kein klassischer Admin gebraucht wird.
Auch die Hardwarekosten sind sehr übersichlich , wenn man nicht eh den Server beim Hosting Partner stehen hat.
Last but not Least darf man getrost annehmen, dass der deutsche Mittelständler vor dem Hintergrund der aktuellen Datenschutzdiskussion dem Thema Cloud nicht sehr aufgeschlossen gegenüber steht.
Dem der jetzt also jemand denkt SAP Business One müsse in eine Lücke springen, die SAP Business By Design lassen würde, muss man eine Absage erteilen: Die Lücke war nie da.

Wenn sich der Rauch gelegt hat , wenn der Cloud-Hype normalisiert und SAAS ein weiteres Kürzel der IT-Säue ,die schon zahlreich durchs Dorf getrieben worden sind , geworden ist – dann wird man feststellen dass man beides Nutzen kann: Die Cloud wo es sich anbietet und onPremise wo es sich empfiehlt. Nur wird man darum kein Aufhebens mehr machen wird und überall wo Marketing drauf steht ein Wölkchen hinmalt.  😉

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