Neu in SAP B1 10.0 FP2602: Lager & Logistik, Produktion, Bankwesen
16 Apr.

Neu in SAP B1 10.0 FP2602: Lager & Logistik, Produktion, Bankwesen

SAP Business One 10.0 FP2602 bringt spürbare Verbesserungen in drei zentralen Bereichen: Zahlungsverkehr, Lagerverwaltung und Produktionsplanung. Neue Apps und erweiterte Funktionen vereinfachen den Arbeitsalltag und reduzieren manuelle Schritte. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Neuerungen im Detail vor und zeigt, welche Prozesse davon profitieren.

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Lager und Logistik: Verfügbarkeitsprüfung und Bestandsführung

FP2602 stärkt die Lagerverwaltung mit drei neuen bzw. erweiterten Funktionen: einer automatischen Verfügbarkeitsprüfung, einer App für Anfangsbestände und einer App für Bestandsbuchungen nach Inventur.

Verfügbarkeitsprüfung (Available to Promise)

Die Verfügbarkeitsprüfung greift ab sofort automatisch, sobald im Verkaufsbeleg eine Artikelmenge den verfügbaren Bestand überschreitet. Das System blendet die ATP-Prüfung (Available to Promise) direkt ein und informiert über die nicht verfügbare Menge.

Anwender erhalten dabei mehrere Handlungsoptionen:

  • Menge anpassen: Die Bestellmenge direkt im Beleg korrigieren.
  • Andere Lager prüfen: Die Verfügbarkeit des Artikels in alternativen Lagerorten abfragen.
  • Alternativartikel auswählen: Einen gleichwertigen Ersatzartikel direkt im Verkaufsbeleg hinterlegen.

Zusätzlich steht ein umfassender ATP-Bericht zur Verfügung. Dieser lässt sich direkt aus dem Verkaufsbeleg, aus der Listenansicht der Artikelstammdaten oder aus der Detailansicht der Artikelstammdaten aufrufen. Die automatische Prüfung verhindert, dass Aufträge mit nicht lieferbaren Mengen in die Weiterverarbeitung gelangen, und verbessert so die Liefertreue.

Anfangsbestände erfassen mit der Inventory Opening Balances App

Die neue App “Inventory Opening Balances” erleichtert das Erfassen initialer Bestandsmengen und Artikelwerte zu Beginn eines Geschäftsjahres. Auf der Registerkarte “Allgemein” setzt das System das Buchungsdatum automatisch auf den Beginn des Geschäftsjahres. Das eliminiert manuelle Datumseingaben und reduziert Fehlerquellen.

Anwender wählen eine Preisquelle und ein offenes Bestandskonto, das standardmäßig für alle Artikel auf der Inhalts-Registerkarte gilt. Bei Bedarf lässt sich das Bestandskonto pro Artikel individuell anpassen. Damit bietet die App sowohl eine schnelle Standarderfassung als auch die nötige Flexibilität für Sonderfälle.

Bestandsbuchungen nach Inventur mit der Inventory Postings App

Die App “Inventory Postings” ermöglicht die Anpassung von Bestandsmengen auf Basis einer Inventurzählung. Beim Erstellen einer neuen Bestandsbuchung hinterlegen Anwender die Konten für den Bestandsausgleich bei Zunahme und Abnahme. Diese Konten dienen als Standard für jede Belegzeile und fließen direkt in die Finanztransaktionen der Bestandsbuchung ein.

Besonders zeitsparend ist die Funktion “Kopieren von”. Sie erstellt die Bestandsbuchung direkt aus einem bestehenden Inventurzählungsbeleg. Anwender übernehmen so die Zählergebnisse ohne manuelle Doppelerfassung in den Buchungsbeleg.

Voraussetzung: Für die Kopierfunktion muss ein bestehender Inventurzählungsbeleg vorhanden sein.

Produktion und Planung: Produktionsaufträge und Ressourcenmanagement

Im Bereich Produktion erweitert FP2602 sowohl die Abwicklung von Produktionsaufträgen als auch die Verwaltung von Ressourcen und Kapazitäten.

Produktionsaufträge: Von der Freigabe bis zum Produktionszugang

Der überarbeitete Prozess für Produktionsaufträge umfasst den gesamten Lebenszyklus. Anwender wählen zunächst einen Stücklistenartikel (BOM) aus und geben den Produktionsauftrag frei. Über das Menü “Funktionen” steht anschließend die Fertigstellungsmeldung bereit.

Die Fertigstellungsmeldung generiert automatisch einen Produktionszugang. Dieser Vorgang verarbeitet gleichzeitig alle Backflush-Artikel und Ressourcenkomponenten. Das bedeutet: Komponentenentnahmen und Ressourcenverbräuche bucht das System automatisch, ohne zusätzliche manuelle Schritte.

Im Reiter “Summary” des Produktionsauftrags lässt sich anschließend eine Kostenanalyse durchführen. Die tatsächlichen Produktkosten entsprechen exakt der Summe aus den Ist-Kosten der Artikelkomponenten und den Ist-Kosten der Ressourcenkomponenten. Diese Transparenz erleichtert die Nachkalkulation und hilft, Kostenabweichungen frühzeitig zu erkennen.

Voraussetzung: Der Produktionsauftrag muss im Status “freigegeben” (released) sein.

Ressourcenmanagement: Vier neue Apps

Das Ressourcenmanagement erhält mit FP2602 vier neue Apps, die gemeinsam die gesamte Ressourcenverwaltung abdecken:

  • Resources App: Dient dem Anzeigen, Bearbeiten und Löschen bestehender Ressourcen. Zusätzlich verwalten Anwender hier die täglichen Kapazitäten einzelner Ressourcen.
  • Create Resource App: Ermöglicht das Anlegen neuer Ressourcen in drei Kategorien: Maschine, Arbeit und Sonstige. Darüber hinaus lassen sich Ressourcengruppen definieren, um zusammengehörige Ressourcen logisch zu bündeln.
  • Resource Capacity App: Bietet ein Batch-Update für tägliche interne Kapazitäten und Single-Run-Kapazitäten. Anwender aktualisieren damit mehrere Ressourcen– und Lagerkombinationen innerhalb eines definierten Datumsbereichs in einem Arbeitsschritt.

Besonders das Batch-Update in der Resource Capacity App spart erheblich Zeit. Statt jede Ressource einzeln zu pflegen, passen Anwender die Kapazitäten mehrerer Ressourcen und Lager gleichzeitig an. Das ist besonders bei saisonalen Schwankungen oder Umstrukturierungen in der Produktion hilfreich.

Ausblick

SAP Business One 10.0 FP2602 optimiert durchgängig die Prozesse im Zahlungsverkehr, in der Lagerverwaltung und in der Produktionsplanung. Die neuen Apps und Funktionen reduzieren manuelle Eingaben, automatisieren Standardvorgänge und schaffen Transparenz bei Kosten und Beständen. Unternehmen, die auf FP2602 aktualisieren, profitieren unmittelbar von schlankeren Abläufen in diesen drei Kernbereichen.

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Was haben Einkaufswägen, Taschen und Kartons gemeinsam? Richtig, sie dienen zum Transport, also der temporären Aufbewahrung von Dinge. Ein abstrakter Gedanke, da es für uns völlig logisch ist, diese “Tools” zu verwenden, wenn wir mehr transportieren wollen, als wir in Händen halten können. Dasselbe gilt eigentlich auch für Transporte im unternehmerischen Bereich. Zumindest denkt man so. Allerdings sieht die Realität in der Logistik oft viel einseitiger aus. Die rechnet hier oft noch mit Einzelstücken. Dabei wäre es doch viel effektiver, wenn es einen Weg gäbe, die Bestandteile einer Sendung zu vereinheitlichen. Denn je nach Bestellung kann das die Lagerverwaltung für die Logistik unnötig verkomplizieren.

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Kaum eine Woche vergeht ohne die Ankündigung intelligenterer Sprachmodelle, neuer Co-Piloten oder leistungsstärkerer KI-Agenten. Dennoch stellt SAP-Vorstandsvorsitzender Christian Klein in seinem aktuellen Blogbeitrag „Der KI-Wettlauf wechselt die Richtung” (Juni 2026) eine ernüchternde Diagnose: Ein Großteil der KI-Angebote bietet Unternehmen in der Praxis nur wenig Mehrwert, weil sie die Unternehmensrealität nicht abbilden. Seine Vision des autonomen Unternehmens folgt deshalb einem klaren Grundsatz: Der Mensch gibt die Richtung vor, die KI setzt um.

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Warum bessere KI-Modelle nicht automatisch bessere Ergebnisse liefern

Im Diskurs um künstliche Intelligenz wird häufig angenommen, dass bessere Modelle automatisch zu besseren Geschäftsergebnissen führen. Dem widerspricht Klein deutlich. Denn intelligente Funktionen ohne operativen Kontext – also ohne die Prozesse, Daten, Regeln und Richtlinien, die ein Unternehmen steuern und schützen – stoßen zwar Prozesse an, ermöglichen jedoch kaum Fortschritt. In einigen Fällen erzeugen sie sogar zusätzliche Fragmentierung und neue Risiken.

Das Problem zeigt sich konkret: Eine KI-generierte Empfehlung kann überzeugend wirken, dabei jedoch wichtige Abhängigkeiten in anderen Teilen des Systems übersehen. Ebenso kann ein KI-Agent einen Arbeitsablauf effizient automatisieren und gleichzeitig die Planungsannahmen in einem anderen Arbeitsschritt durcheinanderbringen. Klein bringt es auf den Punkt: „Unternehmen mangelt es nicht an KI-Output, sondern vielmehr an KI-Systemen, die in der Lage sind, Auswirkungen auf den Betrieb zu verstehen.”

Der Geschäftskontext als Gehirn des Unternehmens

Unternehmenssoftware bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat der Weltwirtschaft. Finanzsysteme, Lieferketten, Beschaffungsnetzwerke, Personalplanung, Fertigungsabläufe und Auftragsabwicklung laufen über vernetzte Systeme. Diese erfassen dabei nicht nur Informationen, sondern auch die Logik hinter den Abläufen: Prozesswissen, Governance-Strukturen, Berechtigungen, Richtlinien und wirtschaftliche Beziehungen, die über viele Jahre gewachsen sind. Sie sind – so Klein – das Gehirn eines jeden Unternehmens.

Genau dieser Geschäftskontext wird im KI-Zeitalter besonders wertvoll. Ohne diese Daten bleiben KI-Outputs wohlgemeinte Vermutungen statt fundierter Beurteilungen. Wird KI hingegen direkt in operative Prozesse eingebettet, kann sie über alle Bereiche des Unternehmens hinweg logische Schlüsse ziehen: Sie erkennt Risiken früher, koordiniert Antworten funktionsübergreifend, gibt in Echtzeit Handlungsempfehlungen und automatisiert Routinetätigkeiten innerhalb festgelegter Rahmenbedingungen. Entscheidend ist dabei: Dies geschieht nicht durch isolierte Agenten, die getrennt voneinander arbeiten, sondern über intelligente Funktionen, die mit der wirtschaftlichen und operativen Struktur des Unternehmens selbst verknüpft sind.

Praxisbeispiel: Wenn ein Lieferant ausfällt

Was eingebettete KI von einem Chatbot unterscheidet, zeigt ein Beispiel aus der Fertigung. Fällt ein Lieferant einer kritischen Komponente aus, können die meisten modernen KI-Systeme das Problem zusammenfassen oder die wahrscheinliche Verzögerung vorhersagen. Eine in Prozesse eingebettete KI liefert dagegen nicht nur Einblicke, sondern koordiniert und leitet Maßnahmen ein. Sie identifiziert betroffene Produktionspläne, analysiert globale Bestandspositionen, bewertet alternative Beschaffungsoptionen, schätzt die finanzielle Belastung ab und weist auf Lieferrisiken für Kunden hin. Gleichzeitig schlägt sie abgestimmte Maßnahmen für Beschaffung, Logistik, Finanzwesen und Kundenvorgänge vor.

Ähnliches gilt für das Finanzwesen: Um angesichts volatiler Märkte Liquiditätsrisiken zu prognostizieren, brauchen Finanzvorstände einen Kontext, den ein einfacher Chatbot nicht bieten kann.

Welche Rolle bleibt dem Menschen?

Autonomie bedeutet ausdrücklich nicht, dass Menschen von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen werden. Vielmehr reduziert das autonome Unternehmen die Fragmentierung und den administrativen Aufwand, die Organisationen daran hindern, schnell, einheitlich und umfassend zu arbeiten. Die Kernaufgaben des Menschen bleiben dabei klar definiert:

  • Prioritäten festlegen: Menschen definieren die strategischen Ziele des Unternehmens.
  • Entscheidungen treffen: Die finale Entscheidungsfindung bei zentralen Themen bleibt in menschlicher Hand.
  • Verantwortung tragen: Menschen behalten die alleinige Verantwortung für Entscheidungen und deren Konsequenzen.

Die KI fungiert im Gegenzug als intelligenter Assistent und präziser Ausführer. Sie koordiniert die operativen Abläufe, die mit den menschlichen Entscheidungen zusammenhängen, und führt entsprechende Maßnahmen direkt aus – strikt innerhalb der definierten Berechtigungen und Richtlinien.

Die eigentliche KI-Hürde: Change-Management

Bislang experimentieren die meisten Unternehmen mit KI-Assistenten, führen Pilotprojekte ein und automatisieren isolierte Aufgaben. Nur wenige konnten dadurch ihre Produktivität tatsächlich steigern, und noch weniger haben ihre Abläufe grundlegend neu ausgerichtet. Die Vorreiter der nächsten Phase werden deshalb einen anderen Ansatz verfolgen: Sie verbinden intelligente Funktionen direkt mit den operativen Systemen, in denen Entscheidungen echte geschäftliche Konsequenzen haben. Zudem erkennen sie, dass vertrauenswürdige, produktive KI auf Kontext, Datenqualität, Prozessintegrität und umfangreichem Prozesswissen beruht.

Vor allem aber verstehen diese Unternehmen, dass die erfolgreiche Nutzung von KI nicht nur ein technologischer Wandel ist, sondern in erster Linie eine Herausforderung im Change-Management. Echter Mehrwert entsteht erst, wenn KI-Agenten, Prozesse und Menschen Hand in Hand zusammenarbeiten.

Das Gleichgewicht entscheidet

Die Zukunft gehört folglich den Unternehmen, die das Gleichgewicht zwischen menschlicher Führung und intelligenter Systemausführung meistern: Menschen legen Prioritäten fest und tragen Verantwortung, während intelligente Systeme Prozesse präzise koordinieren und Maßnahmen ausführen. Gelingt diese Zusammenarbeit, sinken administrative Hürden und Fragmentierung deutlich – und Unternehmen arbeiten in einer zunehmend komplexen Welt widerstandsfähiger, produktiver und intelligenter.


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SAP Business One – Das Praxishandbuch Nr. 6
11 Mai

SAP Business One – Das Praxishandbuch Nr. 6

Wer SAP Business One ernsthaft einsetzen will, braucht mehr als eine Online-Hilfe. Das Praxishandbuch von Helmut Hochberger ist seit Jahren das umfassendste deutschsprachige Werk zu dieser ERP-Lösung. Die 6., aktualisierte und erweiterte Auflage erschien 2026 im Rheinwerk Verlag und deckt erstmals auch die drei neuen Themenblöcke Produktion, Materialbedarfsplanung und Ressourcen ab. Grund genug für eine genaue Betrachtung.

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Wer hat das Buch geschrieben?

Helmut Hochberger ist langjähriger SAP Business One Partner und Berater. Er hat das Praxishandbuch, das ursprünglich von Robert Mayerhofer konzipiert wurde, ab Release 8.8 übernommen und seither fortgeführt. Die 6. Auflage stammt vollständig von Hochberger. Sein Ansatz prägt das gesamte Werk: Betriebswirtschaftliche Grundlagen und Programmbedienung werden konsequent zusammen dargestellt. Wer in einem Kapitel über den Einkauf liest, bekommt zunächst die betriebswirtschaftlichen Aspekte erklärt — und danach erst die Schritte im System.

Für wen ist dieses Buch geeignet?

Die Autoren richten das Buch ausdrücklich an jeden Anwender von SAP Business One. Das schließt Einsteiger genauso ein wie erfahrene Nutzer. Das Vorwort der Lektorin Eva Tripp beschreibt das Buch treffend: Es stellt die komplette SAP-Business-One-Lösung dar und hilft, alle Funktionen und Möglichkeiten der Software zu nutzen.

Aus Kapitel 2 des Buches geht hervor: SAP Business One richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ab einem Arbeitsplatz. Die Software eignet sich auch für Tochterunternehmen multinationaler Konzerne, weil Implementierungskosten und -zeit deutlich geringer ausfallen als bei SAP S/4HANA oder SAP Business All-in-One. Das Buch spricht damit genau die Zielgruppe an, die die Software selbst adressiert.

Aufbau und Kapitelstruktur

Das Buch gliedert sich in 19 Kapitel plus einen Anhang. Die Struktur folgt einem klaren Lernpfad:

Grundlagen zuerst. Den Auftakt bildet Kapitel 1 mit Erläuterungen zur Arbeit mit diesem Buch. Darauf aufbauend ordnet das zweite Kapitel SAP Business One in das Produktportfolio von SAP ein. Kapitel 3 widmet sich schließlich der grundlegenden Programmbedienung — von der Installation und dem Einstieg über die Navigation bis hin zur Stammdatenverwaltung. Diese Basis gilt laut Buch für alle Module gleichermaßen. Diese Basis gilt laut Buch für alle Module gleichermaßen.

Logistik und Einkauf/Verkauf. Kapitel 4 bis 7 decken Stammdaten, Einkauf, Verkauf und Lagerverwaltung ab. Das Lagerverwaltungskapitel geht dabei in die Tiefe: Es behandelt Lagerbewertungsmethoden wie FIFO und gleitenden Durchschnittspreis, Preisfindung und Preislisten, Seriennummern- und Chargenverwaltung sowie Lagerplatzverwaltung und Inventur.

Neu in dieser Auflage: Produktion, MRP und Ressourcen. Kapitel 8 bis 10 sind vollständig neu. Sie behandeln den Produktionsprozess in SAP Business One, Stücklisten und Produktionsaufträge, die Materialbedarfsplanung mit Dispositionsassistent sowie das Ressourcenmanagement. Auf diese Erweiterungen gehen wir im nächsten Abschnitt gesondert ein.

Finanzen und CRM. Kapitel 11 bis 13 decken Rahmenverträge, Finanzwesen und Bankenabwicklung ab. Im Finanzwesen werden auch Kostenrechnung mit Kostenstellen und Projekten sowie Fremdwährungsbuchungen behandelt. Kapitel 14 und 15 widmen sich Opportunities im Vertrieb und dem Kampagnenmanagement — beide inzwischen unter dem Programmpunkt CRM zusammengefasst.

Service, Personal und Projektmanagement. Kapitel 16 stellt das Service-Modul vor. Das Buch hebt hier ausdrücklich hervor: SAP Business One ist eines der wenigen Softwarepakete, das den Servicebereich funktional abdeckt. Kapitel 17 behandelt das Personalmodul, Kapitel 18 das Projektmanagement.

Highlights und Querschnittsthemen. Kapitel 19 schließt mit einer Sammlung modulübergreifender Funktionen: Alarmfunktionen, Genehmigungsprozesse, Drag & Relate, Excel-Import, konfigurierbares User Interface, DSGVO-Werkzeuge, 360°-Kundenansicht und Analytical Portal.

Der Anhang enthält drei Teile: Eine kompakte Übersicht zu SAP Business One, eine Übersicht der Neuerungen und die Autoren-Biografien.

Was ist neu in der 6. Auflage?

Die größte Erweiterung gegenüber der 4. Auflage betrifft die Produktionsthemen. Kapitel 8 behandelt den Produktionsprozess vollständig: Stücklisten mit produktions- und verkaufsorientierten Varianten, Routenabschnitte, die Zeitplanung in der Stückliste sowie Produktionsaufträge inklusive Seriennummern und Chargen. Außerdem erklärt das Kapitel das Standardkostenmanagement und die Standardkostenwälzung in der Produktion.

Kapitel 9 zur Materialbedarfsplanung (MRP) baut direkt darauf auf. Es beschreibt Voraussetzungen im Artikelstamm, die Konfiguration von Prognosen, den Dispositionsassistenten sowie die Interpretation der Auftragsempfehlungen.

Kapitel 10 rundet das Trio ab: Es erklärt Ressourcenstammdaten, Ressourcenkapazitäten und die Verwendung von Ressourcen in Produktion, MRP und Projektmanagement.

Diese drei Kapitel machen das Buch für produzierende Unternehmen deutlich nützlicher als alle Vorauflagen.

Ein weiteres Highlight dieser Auflage: das DSGVO-Kapitel in Kapitel 19. Es beschreibt, wie man DSGVO-Werkzeuge in SAP Business One aktiviert, personenbezogene Daten verwaltet und den Assistenten für die Datenverwaltung nutzt. Auch ein Zugriffsprotokoll für sensible personenbezogene Daten wird erläutert.

Didaktisches Konzept

Das Buch ist explizit für das Selbststudium konzipiert. Jedes Kapitel endet mit Übungsaufgaben. Die Autoren setzen dabei auf strukturierte Lernwege: Zuerst kommt die betriebswirtschaftliche Einordnung, dann die Programmbedienung. Informationsboxen und Tipps lockern den Text auf.

Bemerkenswert ist die Haltung der Autoren gegenüber der Zielgruppe: Das Buch soll sowohl Einsteigern den Einstieg ermöglichen als auch erfahrenen Anwendern neue oder vergessene Funktionen zeigen. Dieser Anspruch zieht sich konsistent durch alle Kapitel.

Technische Abdeckung: SQL und SAP HANA

Ein praxisrelevanter Punkt: Das Buch behandelt beide Datenbankplattformen. Kapitel 3 erklärt das Cockpit getrennt für SQL-basierte und für SAP-HANA-basierte Installationen. Bei der HANA-Variante geht das Buch auf Fiori-Cockpits, Widgets und die Workbench-Ansicht ein. Wer SAP Business One auf HANA betreibt, findet also spezifische Anleitungen statt generischer Beschreibungen.

Wer nicht nur wissen will wie, sondern auch warum

„SAP Business One – Das Praxishandbuch” in der 6. Auflage ist das umfassendste deutschsprachige Referenzwerk zu SAP Business One Release 10.0. Mit rund 950 Seiten deckt es nahezu alle Funktionsbereiche der Software ab — von der grundlegenden Programmbedienung über Logistik und Finanzen bis hin zu den neu hinzugekommenen Produktions- und Planungskapiteln.

Das Buch eignet sich für Anwender in KMU, die SAP Business One täglich nutzen und verstehen wollen. Es eignet sich ebenso für Berater, die eine strukturierte Referenz benötigen. Wer in einem produzierenden Unternehmen arbeitet und die Produktions-, MRP- oder Ressourcenmodule von SAP Business One einsetzt oder einführen will, findet in dieser Auflage erstmals eine vollständige Beschreibung dieser Bereiche auf Deutsch.

Die betriebswirtschaftliche Fundierung hebt das Buch von reinen Klick-Anleitungen ab. Wer nicht nur wissen will, wie man etwas in SAP Business One macht, sondern auch warum, liegt mit diesem Praxishandbuch richtig.


Helmut Hochberger: SAP Business One – Das Praxishandbuch, 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2026, © Rheinwerk Verlag, Bonn 2026, ISBN 978-3-8362-9285-6 (E-Book), ISBN 978-3-8362-9317-4 (Bundle)

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