“Safe-Harbor”-Urteil bringt Konzern-Schiffe ins Wanken
10 Dez

“Safe-Harbor”-Urteil bringt Konzern-Schiffe ins Wanken

Knapp einen Monat ist es her seit der Europäische Gerichtshof das Safe Harbor Abkommen für nichtig erklärt hat. Das Problem: US-Anbieter mit Standorten in Europa unterliegen nach wie vor dem Amerikanischen Gesetz. Dieses fordert aber Anwenderdaten für Behörden und andere staatliche Stellen. Das US-Justizministerium argumentiert, dass die Regierung das Recht habe, auf Daten zuzugreifen sofern die Zentrale der Organisation auf amerikanischen Boden sei.

Ein aktuelles Beispiel ist der Rechtsstreit, den Microsoft seit 2014 vor Gericht austrägt. Das Unternehmen hat sich geweigert die E-Mails eines europäischen Nutzers, die aber im Rechenzentrum in Dublin gespeichert sind, herauszugeben.

Auch technisch gibt es eigentlich keine Möglichkeiten die Rechenzentren der US-Cloud Anbieter vor Zugriffen von amerikanischer Seite zu schützen. Denn das Verhindern des Zugriffs auf europäische Daten in US-Rechenzentren verstößt gegen amerikanisches Recht, während das Erlauben gegen das europäische verstößt.

Vielleicht sieht sich auch die SAP gezwungen durch die neue Gesetzeslage ihr Angebot nach Europa zu verlagern. „Wir haben große Cloud-Kapazitäten in Europa und können auch Service- und Supportleistungen lokal anbieten“, heißt es in der Erklärung zum Urteil, das den „sicheren Hafen“ zum Sinken brachte.

Ein Dilemma, dem nur eine neue gesetzliche Einigung die Lösung bringen kann.

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