
Eine Backup-Strategie für SAP Business One definiert, wie welche Daten mit welcher Häufigkeit gesichert, wo die Sicherungen aufbewahrt und wie sie im Ernstfall zurückgespielt werden. Ziel ist, die zwei zentralen Kennzahlen RPO (Recovery Point Objective — maximal tolerierbarer Datenverlust) und RTO (Recovery Time Objective — maximal tolerierbare Ausfallzeit) einzuhalten.
Kontext
Eine typische Mittelstands-Strategie umfasst: (1) Full Backup der Datenbank einmal täglich in einem Wartungsfenster, (2) Transaction-Log-Backups auf SQL oder Log-Backups auf HANA alle 15–30 Minuten, um Point-in-Time-Recovery zu ermöglichen, (3) Datei-Backup der SAP-B1-Attachment-Verzeichnisse, Crystal-Reports-Vorlagen, B1if-Konfigurationen und Coresuite-/VFS-Installationsordner, (4) Konfigurations-Backup von SLD-Einstellungen, Lizenzdatei und HANA-/SQL-Systemobjekten. Backups werden idealerweise geografisch getrennt gehalten (z.B. lokal plus zweiter Standort oder Cloud-Ziel) und nach dem 3-2-1-Prinzip organisiert: drei Kopien, zwei Medientypen, eine externe Ablage. Archivierungs-Add-ons wie CKS.DMS haben eigene Archivdatenbanken, die je nach Konfiguration mitgesichert werden müssen; bei integrierter Archivdatenbank erleichtert das Backup-Management, erzeugt aber grosse Datenvolumina. Regelmässige Restore-Tests gehören zur Strategie — ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist kein verifiziertes Backup.
Abgrenzung
Eine Backup-Strategie ist keine Hochverfügbarkeitslösung: Zum Ausfallschutz innerhalb weniger Minuten werden HANA System Replication, SQL Always-On oder Cloud-HA-Cluster gebraucht, nicht Backups. Sie ersetzt auch nicht die Archivierungspflicht nach GoBD — Buchhaltungs-Belege und E-Mails müssen revisionssicher archiviert werden, und das ist nicht dasselbe wie ein Datenbank-Backup. Gegenüber einer reinen Mandantenkopie ist das Backup das Rückgrat im Ernstfall, die Mandantenkopie ist eine Arbeitshilfe für Tests und Upgrades.
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