
Das Remote Desktop Protocol (RDP) ist das von Microsoft entwickelte Netzwerkprotokoll, mit dem Benutzer auf einen entfernten Windows-Rechner zugreifen und dessen Oberfläche lokal bedienen können. Im SAP-Business-One-Umfeld ist RDP der Standardzugangsweg für gehostete B1-Installationen — etwa bei Cloudiax oder auf gehosteten Azure-/AWS-Windows-Servern — weil der klassische SAP-B1-Windows-Client ausschließlich auf Windows läuft.
Kontext
Der Benutzer verbindet sich über einen RDP-Client (mstsc.exe, Microsoft Remote Desktop, FreeRDP) mit dem gehosteten Windows-Server. Dort läuft der SAP-B1-Client lokal, mit Zugriff auf die HANA- oder SQL-Datenbank im gleichen Netzwerk. Druckaufträge werden entweder über eingebaute RDP-Druckumleitungen auf lokale Drucker weitergereicht oder zentral auf Netzwerkdrucker gedruckt. Für DMS-Szenarien wie CKS.DMS muss die Archivdatenbank in der Regel in die SAP-Datenbank integriert werden, damit Backup und RDP-Zugriff sauber zusammenspielen. Sicherheitsseitig wird RDP produktiv fast immer hinter einer VPN- oder Zero-Trust-Lösung, mit Mehr-Faktor-Authentifizierung und Network Level Authentication betrieben; direkter RDP-Port-3389-Zugang aus dem Internet gilt als angreifbar.
Abgrenzung
RDP ist kein Webprotokoll — im Unterschied zum SAP-B1-Web-Client oder dem Service Layer braucht es einen installierten Client und einen erreichbaren Windows-Host. Es ist auch kein Ersatz für moderne Web-Oberflächen: Der Web Client von SAP B1 deckt viele Transaktionen mittlerweile browserbasiert ab; RDP bleibt aber relevant, solange bestimmte Formular- und Add-on-Funktionen nur im Windows-Client verfügbar sind. Gegenüber Citrix-/VDI-Lösungen bietet RDP weniger Skalierung und weniger Profil-Isolation, ist dafür aber simpler und überall verfügbar.
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