
Toleranztage in SAP Business One geben an, wie viele Tage eine Fälligkeit oder ein Liefertermin überschritten werden darf, ohne dass ein Folgeprozess (Mahnung, MRP-Nachsteuerung) ausgelöst wird. Sie definieren damit eine vordefinierte Karenzzone zwischen dem Soll-Termin und dem Punkt, ab dem das System oder der Anwender eingreifen soll.
Kontext
Im Forderungs- und Zahlungsbereich sind Toleranztage Bestandteil der Zahlungsbedingung (Administration → Definition → Geschäftspartner → Zahlungsbedingungen). Beispiel: Zahlungsziel 30 Tage, Toleranztage 5 → eine Zahlung am 35. Tag gilt noch nicht als überfällig, auch wenn die eigentliche Fälligkeit bereits überschritten ist. Das Mahnwesen berücksichtigt diesen Puffer und verschickt Mahnungen erst, wenn Fälligkeit + Toleranz überschritten sind. Im Dispositionsbereich kennen Artikelstammdaten das Feld Toleranztage (OITM.ToleranDay): Hier legt man fest, wie viele Tage eine offene Bestellung oder ein Wareneingang vom geplanten Termin abweichen darf, bevor MRP den Bedarf als verspätet meldet und einen Nachschubvorschlag erzeugt. In beiden Fällen reduzieren Toleranztage unnötige Aktivität: weniger Mahnungen für knappe Zahlungsüberschreitungen, weniger MRP-Alarme für Belege, die nur geringfügig vom Soll-Termin abweichen.
Abgrenzung
Toleranztage sind nicht identisch mit Skontotagen, die den Zeitraum definieren, in dem ein Skontoabzug zulässig ist, und sie sind auch keine Wartetage oder Wiederbeschaffungstage, die die normale Vorlauf- und Lieferzeit abbilden. In der Buchhaltung haben Toleranztage keine Auswirkung auf die tatsächliche Fälligkeit einer Forderung: Sie verschieben nur den Mahnzeitpunkt, nicht den Verzugsbeginn nach BGB — dieser ist unabhängig von den Toleranztagen und kann im Streitfall abweichen.
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