23 Apr.

Wiederbeschaffungstage

Versino Financial Suite

Die Wiederbeschaffungstage — oft kurz Wiederbeschaffungszeit genannt — sind in SAP Business One die Anzahl Tage, die ein Lieferant typischerweise braucht, um einen Artikel nach Bestellung zu liefern, bzw. die das eigene Unternehmen für die Produktion eines Halb- oder Fertigfabrikats ansetzt. Sie sind eine zentrale Planungsgrösse: Ohne sie kann weder der MRP-Lauf zeitgerecht Bestellvorschläge erzeugen, noch lassen sich realistische Liefertermine gegenüber Kunden kommunizieren.

Kontext

Die Wiederbeschaffungstage werden im Artikelstamm auf dem Reiter Planungsdaten (Feld Lead Time) hinterlegt und wirken systemweit. Im MRP-Lauf rechnet SAP Business One vom Bedarfsdatum mit dieser Zeit rückwärts und ermittelt den spätesten Bestelltermin. Über den Bericht Bestellungen mit überschrittener Artikeldurchlaufzeit anzeigen lassen sich Bestellungen identifizieren, deren Lieferdatum über der definierten Wiederbeschaffungszeit liegt — ein häufiges Warnzeichen für verspätete Anlieferungen oder falsch gepflegte Stammdaten. In der operativen Praxis ergänzt man die pauschalen Wiederbeschaffungstage oft durch Sicherheitstage oder einen Sicherheitsbestand, um Schwankungen in der Lieferanten-Performance abzufedern. In Kombination mit Auftragsintervallen (Zykluscode) und Mindestbestellmengen bilden die Wiederbeschaffungstage die Grundlage der MRP-basierten Beschaffung.

Abgrenzung

Wiederbeschaffungstage sind ein Artikelattribut, nicht ein Lieferantenattribut — variiert die Lieferzeit stark zwischen Lieferanten, muss das über alternative Lieferanten mit unterschiedlichen Wiederbeschaffungseinträgen oder eigene Logik abgebildet werden, da ein einzelner Artikel in SAP B1 nur eine Standard-Lead-Time trägt. Sie sind auch nicht identisch mit der Mindestreichweite oder dem Meldebestand, die Bestände und nicht Zeiten steuern, und nicht gleichzusetzen mit der Durchlaufzeit eines Fertigungsauftrags, die über den Arbeitsplan einzeln kalkuliert wird.


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