
Wartetage bezeichnen in SAP Business One die Vorlaufzeit in Tagen, die zwischen Auftragserteilung und Verfügbarkeit eines Artikels vergehen muss. Der Wert wird im Artikelstamm hinterlegt und fliesst direkt in die Disposition (MRP) und die Terminierung von Bestellungen und Fertigungsaufträgen ein.
Kontext
Wartetage werden auf dem Reiter Planungsdaten bzw. Bestand des Artikelstamms als ganze Tageszahl gepflegt. Im MRP-Lauf rechnet SAP Business One ausgehend vom Bedarfsdatum (z.B. Starttermin eines Fertigungsauftrags) mit dieser Lead Time rückwärts und ermittelt so den spätesten zulässigen Bestell- oder Starttermin. Beispiel: Soll ein übergeordneter Artikel am 8. Juli starten und die Lead Time der Komponente beträgt 3 Tage, muss die Bestellung oder der Start der Komponente spätestens am 5. Juli erfolgen. Reicht die Zeit nicht mehr aus, markiert das MRP-Ergebnis den Bedarf rot — als Warnung, dass der Termin ohne Express-Beschaffung oder Umplanung nicht zu halten ist. In der Produktion werden zusätzlich Rüstzeiten, Bearbeitungszeiten und Liegezeiten über Arbeitspläne berücksichtigt; die Artikel-Lead-Time ist dabei die Summe bzw. ein pauschaler Näherungswert für den Gesamtdurchlauf.
Abgrenzung
Wartetage sind nicht identisch mit den Wiederbeschaffungstagen oder der Wiederbeschaffungszeit des Lieferanten — obwohl die Begriffe in der Praxis häufig synonym genutzt werden, ist die Wiederbeschaffungszeit eher die lieferantenseitige Lieferfrist, während Wartetage die planungswirksame Vorlaufzeit im System sind. Sie sind auch keine Toleranztage, die zulässige Abweichungen bei Fälligkeit oder Lieferdatum abbilden. Für den Belegfluss haben Wartetage keine buchhalterische Wirkung — sie steuern ausschließlich Terminierung und Vorschlagssysteme.
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