
Das System Landscape Directory — kurz SLD — ist die zentrale Verwaltungskomponente einer SAP-Business-One-Installation auf HANA. Es verwaltet die Datenbanken, Mandanten, Serverdienste, Benutzerdatenbanken, den B1 Web Client, das Integration Framework (B1if), den Electronic Document Service (EDS) und weitere Plattformdienste. Ohne SLD lassen sich eine HANA-basierte B1-Landschaft weder installieren noch sauber betreiben.
Kontext
Das SLD läuft als Webanwendung über das SLD Control Center. Dort werden SAP-B1-Mandanten (Companies) registriert, HANA-Verbindungen konfiguriert, Benutzerpasswörter, SSL-Zertifikate, Lizenzservertransporte und B1i-Instanzen gepflegt. Wird ein neuer Mandant angelegt, kopiert oder migriert, läuft die Registrierung des HANA-Tenants gegen das SLD. Auch Integrationen greifen darauf zu: Die EDS-Serverkomponente für Peppol-Exchange, PEPPOL-Konnektoren sowie das Integration Framework werden über das SLD-Dashboard aktiviert. In SQL-Server-Installationen von SAP Business One existiert das SLD nicht als eigene Komponente — dort werden die vergleichbaren Aufgaben direkt durch die SAP-B1-Administrationstools erledigt. Wer beide Varianten kennt, merkt schnell: Das SLD ist das, was eine HANA-Installation gegenüber SQL zusätzlich „konfigurationshungrig" macht.
Abgrenzung
Das SLD ist nicht der License Server — es kommuniziert mit ihm, übernimmt aber keine Lizenzprüfung. Es ist auch keine HANA-Datenbank-Administrationsoberfläche: Für HANA-interne Administration (Backups, User, Memory) bleiben HANA Cockpit und HANA Studio zuständig. Der SAP-B1-Standardname „System Landscape Directory" darf nicht mit dem gleichnamigen Begriff aus dem SAP-NetWeaver-/S4-Kosmos verwechselt werden — das B1-SLD ist technisch eigenständig und nur für B1-Landschaften zuständig.
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