23 Apr.

UDF (SAP Business One)

Versino Financial Suite

UDF (Abkürzung)

UDF steht für User Defined Field, auf Deutsch benutzerdefiniertes Feld. Es bezeichnet zusätzliche Attribute, die in SAP Business One an Standardobjekten wie Artikel, Geschäftspartner, Journalbuchung oder Belegzeilen angehängt werden, ohne dass dafür Add-on-Entwicklung oder ein Änderungsrelease nötig wäre. UDFs sind das zentrale Instrument, um B1 an branchen- oder unternehmensspezifische Anforderungen anzupassen.

Kontext

Erstellt werden UDFs über Extras → Anpassungstools → Benutzerdefinierte Felder - Verwaltung. Pro Feld werden Name, Beschreibung, Datentyp (alphanumerisch, numerisch, Datum, Ankreuzfeld) und Länge festgelegt; optional lassen sich gültige Werte, Standardwerte und eine Verknüpfung zu einer UDT hinterlegen. Technisch werden UDFs als zusätzliche Spalten mit dem Präfix U_ in die jeweilige Datenbank-Tabelle eingefügt — beispielsweise OITM.U_VPS_DTV_ACCT für ein DATEV-Konto-Override am Artikel oder OCRD.U_VPS_DTV_ACCT für das DATEV-Debitorenkonto am Geschäftspartner. Der Name ist auf 18 Zeichen begrenzt und muss der SAP-Namespace-Konvention folgen (max. 3 Zeichen Präfix, SAP-genehmigt), um Kollisionen zwischen Add-ons zu vermeiden. Über Benutzerdefinierte Werte (Formatted Search) lassen sich Feldinhalte durch mathematische oder logische Formeln und Datenbank-Referenzen automatisch ermitteln. UDFs erscheinen automatisch im Service-Layer-Metadatenmodell und sind damit von Integrationen über REST adressierbar.

Abgrenzung

Ein UDF erweitert ein bestehendes Objekt um zusätzliche Felder — es schafft kein neues Objekt. Braucht man eine neue eigenständige Tabelle, ist eine UDT (User Defined Table) einzusetzen; soll diese Tabelle wie ein echtes Business-Objekt mit eigener Oberfläche, Eventsteuerung und Belegverhalten funktionieren, ist ein UDO (User Defined Object) nötig. UDFs sind auch keine UDQ-Abfragen oder Formatted Searches selbst — sie sind Datencontainer, die durch Formatted Searches befüllt werden können.


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