
UDO steht für User Defined Object, auf Deutsch benutzerdefiniertes Objekt. Ein UDO hebt eine UDT (User Defined Table) auf die Ebene eines vollwertigen Business-Objekts: mit eigener Oberfläche, Standardfunktionen wie Suchen/Anlegen/Ändern, Registrierung in Menüstrukturen, Berechtigungssystem, Events und Anbindung an DI API sowie Service Layer.
Kontext
Bei der UDO-Definition wählt der Entwickler zwischen den beiden Objekttypen udo_MasterData (Master-Data, wie ein eigener Stammdatensatz — Typ 1) und udo_Document (Document, wie ein Beleg mit Kopf und Zeilen — Typ 3). Zum UDO gehören eine Haupttabelle (Master-Data: einzelne UDT; Document: UDT + Zeilen-UDT) sowie optional eine gekoppelte Nummernserie. In der UI API sind eigene Default-Formulare und das UDOEvent-Objekt verfügbar, das beispielsweise beim Öffnen eines neuen UDO-Formulars mit Kopf-Zeilen-Layout feuert. In der Praxis wird das UDO-Konzept von vielen Add-ons genutzt — die Versino Financial Suite, Coresuite-Erweiterungen oder MariProject kapseln darüber branchenspezifische Belege (z.B. DATEV-Exportkonfigurationen, Reisekosten-Abrechnungen, Projekt-Belege), die wie native SAP-B1-Belege wirken, aber eigene Logik tragen.
Abgrenzung
Ein UDO ist nicht identisch mit einer UDT: Die UDT ist die Speicherschicht, das UDO fügt Verhalten, UI, Events und API-Sichtbarkeit hinzu. Es ist auch nicht das Gleiche wie die einfache Erweiterung eines Standardobjekts über UDFs — UDFs hängen an bestehenden Objekten, UDOs sind eigenständige Objekte. Gegenüber einem klassischen Add-on-Formular mit Eigen-Tabellen bietet das UDO den Vorteil, SAP-B1-Standardmechanismen (Berechtigungen, Genehmigungsprozess, Belegfluss, Service-Layer-Endpunkt) automatisch mit zu nutzen; der Nachteil ist eine stärkere Bindung an das B1-Framework und dessen Einschränkungen, etwa in der UI-Freiheit der Formulare.
Warum Unternehmen bei KI im ERP zögern
Predictive Maintenance: Wie den Mittelstand zur intelligenten Fabrik macht
RPA im ERP-Umfeld: Effizienzsteigerung durch digitale Prozesshelfer
Generative KI im ERP: Wie LLMs die Rolle von ERP-Systemen verändern
Mit APIs und Microservices die ERP-Zukunft vorbereiten