
Work-in-Process bezeichnet den Wert aller begonnenen, aber noch nicht abgeschlossenen Fertigungsaufträge — also Erzeugnisse, die sich im Stadium der Bearbeitung befinden und weder als Rohmaterial noch als Fertigprodukt in der Bilanz ausgewiesen werden.
In SAP Business One entsteht Work-in-Process während des Produktionsprozesses: Sobald Komponenten über die Materialentnahme aus dem Lager entnommen und dem Fertigungsauftrag belastet sind, aber noch keine Fertigstellungsmeldung gebucht wurde, befindet sich der entsprechende Wert buchhalterisch im Status Work-in-Process. Das System summiert dabei Materialkosten der entnommenen Komponenten und Ressourcenkosten (Arbeitszeit, Maschinen). Erst mit der Fertigstellungsmeldung — dem Wareneingang aus Produktion — wird der Wert als Fertigerzeugnis aktiviert und der Einstandspreis des produzierten Artikels final berechnet (Ist-Kosten-Kalkulation, Tabelle OINM). Bilanzierungstechnisch gilt: Unfertige Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten zu bewerten; übersteigen die voraussichtlichen Gesamtkosten den Erlös, entsteht ein drohender Verlust, der nach dem Grundsatz der verlustfreien Bewertung zu berücksichtigen ist.
Abgrenzung
Work-in-Process ist kein eigenständiger Beleg- oder Lagertyp in SAP Business One, sondern ein buchhalterischer Zwischenzustand im Produktionskreislauf. Abgeschlossene Fertigungsaufträge überführen den Work-in-Process-Wert vollständig in den Fertigwarenbestand.
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