SAP Business One 10.0 FP2602 bringt spürbare Verbesserungen in drei zentralen Bereichen: Zahlungsverkehr, Lagerverwaltung und Produktionsplanung. Neue Apps und erweiterte Funktionen vereinfachen den Arbeitsalltag und reduzieren manuelle Schritte. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Neuerungen im Detail vor und zeigt, welche Prozesse davon profitieren.
Weiterlesen: Neu in SAP B1 10.0 FP2602: Lager & Logistik, Produktion, BankwesenLager und Logistik: Verfügbarkeitsprüfung und Bestandsführung
FP2602 stärkt die Lagerverwaltung mit drei neuen bzw. erweiterten Funktionen: einer automatischen Verfügbarkeitsprüfung, einer App für Anfangsbestände und einer App für Bestandsbuchungen nach Inventur.
Verfügbarkeitsprüfung (Available to Promise)
Die Verfügbarkeitsprüfung greift ab sofort automatisch, sobald im Verkaufsbeleg eine Artikelmenge den verfügbaren Bestand überschreitet. Das System blendet die ATP-Prüfung (Available to Promise) direkt ein und informiert über die nicht verfügbare Menge.
Anwender erhalten dabei mehrere Handlungsoptionen:
- Menge anpassen: Die Bestellmenge direkt im Beleg korrigieren.
- Andere Lager prüfen: Die Verfügbarkeit des Artikels in alternativen Lagerorten abfragen.
- Alternativartikel auswählen: Einen gleichwertigen Ersatzartikel direkt im Verkaufsbeleg hinterlegen.
Zusätzlich steht ein umfassender ATP-Bericht zur Verfügung. Dieser lässt sich direkt aus dem Verkaufsbeleg, aus der Listenansicht der Artikelstammdaten oder aus der Detailansicht der Artikelstammdaten aufrufen. Die automatische Prüfung verhindert, dass Aufträge mit nicht lieferbaren Mengen in die Weiterverarbeitung gelangen, und verbessert so die Liefertreue.
Anfangsbestände erfassen mit der Inventory Opening Balances App
Die neue App “Inventory Opening Balances” erleichtert das Erfassen initialer Bestandsmengen und Artikelwerte zu Beginn eines Geschäftsjahres. Auf der Registerkarte “Allgemein” setzt das System das Buchungsdatum automatisch auf den Beginn des Geschäftsjahres. Das eliminiert manuelle Datumseingaben und reduziert Fehlerquellen.
Anwender wählen eine Preisquelle und ein offenes Bestandskonto, das standardmäßig für alle Artikel auf der Inhalts-Registerkarte gilt. Bei Bedarf lässt sich das Bestandskonto pro Artikel individuell anpassen. Damit bietet die App sowohl eine schnelle Standarderfassung als auch die nötige Flexibilität für Sonderfälle.
Bestandsbuchungen nach Inventur mit der Inventory Postings App
Die App “Inventory Postings” ermöglicht die Anpassung von Bestandsmengen auf Basis einer Inventurzählung. Beim Erstellen einer neuen Bestandsbuchung hinterlegen Anwender die Konten für den Bestandsausgleich bei Zunahme und Abnahme. Diese Konten dienen als Standard für jede Belegzeile und fließen direkt in die Finanztransaktionen der Bestandsbuchung ein.
Besonders zeitsparend ist die Funktion “Kopieren von”. Sie erstellt die Bestandsbuchung direkt aus einem bestehenden Inventurzählungsbeleg. Anwender übernehmen so die Zählergebnisse ohne manuelle Doppelerfassung in den Buchungsbeleg.
Voraussetzung: Für die Kopierfunktion muss ein bestehender Inventurzählungsbeleg vorhanden sein.
Produktion und Planung: Produktionsaufträge und Ressourcenmanagement
Im Bereich Produktion erweitert FP2602 sowohl die Abwicklung von Produktionsaufträgen als auch die Verwaltung von Ressourcen und Kapazitäten.
Produktionsaufträge: Von der Freigabe bis zum Produktionszugang
Der überarbeitete Prozess für Produktionsaufträge umfasst den gesamten Lebenszyklus. Anwender wählen zunächst einen Stücklistenartikel (BOM) aus und geben den Produktionsauftrag frei. Über das Menü “Funktionen” steht anschließend die Fertigstellungsmeldung bereit.
Die Fertigstellungsmeldung generiert automatisch einen Produktionszugang. Dieser Vorgang verarbeitet gleichzeitig alle Backflush-Artikel und Ressourcenkomponenten. Das bedeutet: Komponentenentnahmen und Ressourcenverbräuche bucht das System automatisch, ohne zusätzliche manuelle Schritte.
Im Reiter “Summary” des Produktionsauftrags lässt sich anschließend eine Kostenanalyse durchführen. Die tatsächlichen Produktkosten entsprechen exakt der Summe aus den Ist-Kosten der Artikelkomponenten und den Ist-Kosten der Ressourcenkomponenten. Diese Transparenz erleichtert die Nachkalkulation und hilft, Kostenabweichungen frühzeitig zu erkennen.
Voraussetzung: Der Produktionsauftrag muss im Status “freigegeben” (released) sein.
Ressourcenmanagement: Vier neue Apps
Das Ressourcenmanagement erhält mit FP2602 vier neue Apps, die gemeinsam die gesamte Ressourcenverwaltung abdecken:
- Resources App: Dient dem Anzeigen, Bearbeiten und Löschen bestehender Ressourcen. Zusätzlich verwalten Anwender hier die täglichen Kapazitäten einzelner Ressourcen.
- Create Resource App: Ermöglicht das Anlegen neuer Ressourcen in drei Kategorien: Maschine, Arbeit und Sonstige. Darüber hinaus lassen sich Ressourcengruppen definieren, um zusammengehörige Ressourcen logisch zu bündeln.
- Resource Capacity App: Bietet ein Batch-Update für tägliche interne Kapazitäten und Single-Run-Kapazitäten. Anwender aktualisieren damit mehrere Ressourcen– und Lagerkombinationen innerhalb eines definierten Datumsbereichs in einem Arbeitsschritt.
Besonders das Batch-Update in der Resource Capacity App spart erheblich Zeit. Statt jede Ressource einzeln zu pflegen, passen Anwender die Kapazitäten mehrerer Ressourcen und Lager gleichzeitig an. Das ist besonders bei saisonalen Schwankungen oder Umstrukturierungen in der Produktion hilfreich.
Ausblick
SAP Business One 10.0 FP2602 optimiert durchgängig die Prozesse im Zahlungsverkehr, in der Lagerverwaltung und in der Produktionsplanung. Die neuen Apps und Funktionen reduzieren manuelle Eingaben, automatisieren Standardvorgänge und schaffen Transparenz bei Kosten und Beständen. Unternehmen, die auf FP2602 aktualisieren, profitieren unmittelbar von schlankeren Abläufen in diesen drei Kernbereichen.
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