8 Apr.

Nebenerzeugnis / By-Product


E-Rechnung in Deutschland: So setzen Sie die Pflicht mit SAP Business One um

Ein Produkt, das automatisch entsteht, wenn ein anderes Produkt (Hauptprodukt) hergestellt wird.

Ein Nebenerzeugnis (By-Product) in SAP Business One ist ein Artikel, der im Rahmen eines Produktionsprozesses neben dem Hauptprodukt anfällt. Es wird nicht primär hergestellt, sondern entsteht als unvermeidliches oder gewünschtes Ergebnis der Fertigung und wird als Lagerzugang verbucht.


1. Produktions-Analyse

Produktions-Analyse: Ein Nebenerzeugnis wird in SAP Business One als Output innerhalb einer Produktionsstückliste definiert, indem es mit einer negativen Menge hinterlegt wird. Es wird im Rahmen der Fertigmeldung des Hauptprodukts in den Lagerbestand eingebucht.


2. Auswirkung auf Planung & Kosten

Auswirkung auf Planung & Kosten: Der Zugang von Nebenerzeugnissen erhöht den Lagerbestand (OITM/OITW) und wird je nach Bewertungsmethode (z.B. FIFO) mit einem entsprechenden Wert im Lager geführt. Die Kosten des Nebenerzeugnisses werden von den Gesamtkosten des Produktionsauftrags abgezogen, wodurch die effektiven Herstellkosten des Hauptprodukts gemindert werden und die Gesamtabweichung des Auftrags beeinflusst wird.


3. Operative Ausarbeitung

Master Data Requirements:

  • Artikelstammdaten (OITM): Das Nebenerzeugnis muss als regulärer Lagerartikel angelegt sein. Für die Bestandsbewertung kann beispielsweise die Methode FIFO (First In – First Out) gewählt werden.
  • Produktionsstückliste (BOM): Im Artikelstamm des Hauptprodukts wird eine Produktionsstückliste definiert. Das Nebenerzeugnis wird hier als Komponente mit einer negativen Menge eingetragen. Dies signalisiert dem System, dass es sich um einen Output und nicht um einen Input handelt.
  • Ressourcen: Falls für die Entstehung des Nebenerzeugnisses spezifische Ressourcen oder Kosten anfallen, können diese über die Produktionsstückliste oder direkt im Produktionsauftrag berücksichtigt werden.

Transaction Logic:

  1. Produktionsauftrag (OWOR): Ein Produktionsauftrag für das Hauptprodukt wird angelegt und freigegeben (OWOR.Status von 'P' für "Geplant" auf 'R' für "Freigegeben"). Die Produktionsstückliste, die das Nebenerzeugnis enthält, wird dabei herangezogen.
  2. Ausgabe für Produktion (WOR1 / OIGE): Die Komponenten für das Hauptprodukt werden aus dem Lager entnommen. Das Nebenerzeugnis ist hier nicht relevant, da es ein Output ist.
  3. Eingang aus Produktion (WOR1 / OIGN): Wenn das Hauptprodukt fertiggestellt und in das Lager zurückgemeldet wird, erfolgt der "Eingang aus Produktion". In diesem Schritt bucht das System automatisch auch das Nebenerzeugnis in das Lager ein, basierend auf der negativen Menge in der Stückliste und der tatsächlich gemeldeten Menge des Hauptprodukts. Dies erzeugt eine neue Lagerbewegung.

MRP & Scheduling:

  • MRP-Lauf: Nebenerzeugnisse werden im Standard-MRP-Lauf nicht als Bedarfe geplant, da sie Outputs sind. Ihre Verfügbarkeit im Lager (OITM.OnHand, OITW.OnHand) kann jedoch die Planung von Verkaufsaufträgen für das Nebenerzeugnis beeinflussen.
  • Ressourcen-Kapazität: Die Produktion des Hauptprodukts, die zur Entstehung des Nebenerzeugnisses führt, verbraucht Ressourcen (ORSC). Die Planung der Hauptproduktfertigung berücksichtigt die Ressourcen-Kapazität und Durchlaufzeit (Lead Time), wodurch indirekt auch die Entstehung der Nebenerzeugnisse terminiert wird.

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