4 Mai

Lieferadresse (SAP Business One)


E-Rechnung in Deutschland: So setzen Sie die Pflicht mit SAP Business One um

Die Lieferadresse ist im Kontext von SAP Business One ein zentrales Datenelement in den Geschäftspartner-Stammdaten, das den konkreten Ort definiert, an den Waren oder Sendungen geliefert werden sollen und das deshalb eine entscheidende Rolle für die logistische Abwicklung in Verkaufs- und Einkaufsprozessen spielt.

Die Lieferadresse ist Bestandteil der Geschäftspartner-Stammdaten und wird auf der Registerkarte „Adressen“ gepflegt, wobei sie zusammen mit Rechnungs- bzw. Zahlungsadressen verwaltet wird. Kunden und Interessenten können mehrere Lieferadressen besitzen, zudem lässt sich je Adresse ein Standardwert definieren. Es ist empfehlenswert, sprechende Adress-IDs (z. B. „Berlin“, „Hauptlager“) zu vergeben, damit die Adressen in Belegen leichter identifiziert werden können. Außerdem können bestehende Lieferadressen mit einem ausgewählten Ansprechpartner verknüpft werden. Adressen werden automatisch aus den Geschäftspartner-Stammdaten in Marketingbelege übernommen, allerdings kann die Standard-Lieferadresse im Beleg durch eine andere, bereits angelegte Adresse ersetzt werden. In den meisten Verkaufsbelegen (z. B. Angebote, Kundenaufträge, Lieferungen, Rechnungen) erscheint die Lieferadresse auf der Registerkarte „Logistik“. Die Lieferadresse beeinflusst außerdem die Steuerberechnung, da in einigen Ländern Umsatzsteuerkennzeichen und Steuersatz anhand der Lieferadresse ermittelt werden.

In Einkaufsbelegen wird in der Regel die Adresse des Lagers, das mit der ersten Belegzeile verknüpft ist, als Lieferadresse verwendet; darüber hinaus kann in den Belegeinstellungen festgelegt werden, dass standardmäßig immer die Lageradresse als Lieferadresse im Einkaufsbeleg verwendet wird. Im Übrigen lässt sich bei Kundenaufträgen die Lieferadresse auch zeilenweise ändern, sofern das Feld „Name Lieferadresse“ über die Formulareinstellungen eingeblendet wird, sodass Positionen eines Auftrags an unterschiedliche Lieferorte geschickt werden können und das System folglich separate Lieferbelege erzeugt. In besonderen Prozessen wie dem Streckengeschäft wird die Lieferadresse der Bestellung an den Lieferanten automatisch auf die Kunden-Lieferadresse des zugrunde liegenden Kundenauftrags gesetzt, wenn das Lager als Streckengeschäftslager definiert ist. Bei Bestandsumlagerungen wiederum enthalten die Belege Felder für Geschäftspartner, Ansprechpartner und Lieferadresse, was insbesondere für Umlagerungen in ein Konsignationslager beim Kunden relevant ist. Schließlich wird im Rahmen der Available-to-Promise-Prüfung (ATP) die Durchlaufzeit als Zeitintervall zwischen Versand von der Versandstelle und der erwarteten Ankunft an der Lieferadresse des Kunden definiert.

Abgrenzung:
Die Lieferadresse unterscheidet sich von der Rechnungs- bzw. Zahlungsadresse dadurch, dass sie primär den physischen Zielort für den Warenversand beschreibt, während Rechnungs- und Zahlungsadressen für finanzielle Zwecke genutzt werden. Zwar kann die Rechnungsadresse in die Lieferadresse kopiert werden, jedoch müssen spätere Änderungen an der Rechnungsadresse manuell in der Lieferadresse nachgezogen werden. Außerdem ist die Lieferadresse von der Lageradresse abzugrenzen: In Einkaufsbelegen wird üblicherweise die Lageradresse als Lieferadresse verwendet, dennoch bleibt die Lageradresse inhaltlich der Standort des Lagers, während die Lieferadresse den Empfängerort repräsentiert. Im Kontext von Streckengeschäften sowie Bestandsumlagerungen erhält die Lieferadresse eine erweiterte Bedeutung, da sie dort entweder auf die Kunden-Lieferadresse übergeht oder in Umlagerungsbelegen als kundenbezogene Zieladresse fungiert.

 


 

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