11 Mai

Fair Value (beizulegender Zeitwert)

Der Fair Value, auch als beizulegender Zeitwert bekannt, ist ein zentrales Bewertungskonzept nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Er bezeichnet den Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht bzw. eine Schuld beglichen werden könnte.


E-Rechnung in Deutschland: So setzen Sie die Pflicht mit SAP Business One um

SAP Business One verwendet den Begriff "Fair Value" nicht explizit in seinen Benutzeroberflächen oder Standardberichten, unterstützt jedoch die Bewertung nach IFRS, was den Fair Value in bestimmten Fällen einschließt. Die Abbildung erfolgt insbesondere durch folgende Systemfunktionen:

1. Bewertungsbereiche für IFRS

SAP Business One ermöglicht die Anlage zusätzlicher Bewertungsbereiche, z.B. für IFRS oder lokale Standards (z.B. HGB). Dies erlaubt eine parallele Bewertung desselben Vermögenswertes, etwa nach Anschaffungskosten (lokal) und Fair Value (IFRS).

2. Anwendung bei Anlagevermögen

Anlagegüter, wie z.B. als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (nach IAS 40), können im IFRS-Bewertungsbereich alternativ zum Anschaffungskostenmodell auch nach Fair Value bilanziert werden – manuell über Bewertungskorrekturen und Journalbuchungen.

3. Fremdwährungsbewertung als Analogbeispiel

SAP Business One bietet eine Funktion zur Stichtagsbewertung von Fremdwährungssalden (Debitoren, Kreditoren, Kassen- und Bankkonten). Diese Bewertungen nutzen aktuelle Wechselkurse und erzeugen nicht realisierte Wechselkursgewinne/-verluste, was dem Fair-Value-Prinzip in vereinfachter Form entspricht.

4. Wertberichtigungen und Buchwertanpassungen

Im Rahmen der Anlagenbuchhaltung und Debitorenbewertung lassen sich manuelle Wertberichtigungen (z.B. bei nachhaltigen Wertverlusten) durchführen, was ein analoges Verfahren zur Fair-Value-Korrektur darstellt.

5. Technische Umsetzung
  • Fair-Value-Anpassungen erfolgen nicht automatisiert, sondern durch:
    • manuelle Journalbuchungen,
    • Nutzung des IFRS-Bewertungsbereichs,
    • und ggf. Anpassung der Restbuchwerte mit Belegvermerk.
  • Es wird empfohlen, transparente Buchungstexte und separate Sachkonten zu nutzen, um zwischen realisierten und nicht realisierten Wertveränderungen zu unterscheiden.
Praxisbeispiel – Fair Value Bewertung einer Immobilie nach IAS 40:
  1. Ursprüngliche Bewertung im lokalen Bereich:
    • Bilanzierung zum Anschaffungskostenwert (z.B. 500.000 €)
  2. IFRS-Bewertungsbereich:
    • Marktwert gestiegen → Neubewertung zu 550.000 €
    • Journalbuchung im IFRS-Bereich:
      Immobilie (IFRS) 50.000 € an Neubewertungsrücklage (Eigenkapital IFRS) 50.000 €

Zusammenfassung

Auch wenn der Begriff Fair Value in SAP Business One nicht systemseitig geführt wird, lässt sich das Bewertungskonzept manuell und regelkonform abbilden, insbesondere im Kontext von IFRS. Durch die Nutzung paralleler Bewertungsbereiche, gezielter Journalbuchungen und einer sauberen Bilanzstruktur kann das Fair-Value-Prinzip auch in einem mittelständischen ERP-System wie SAP Business One effektiv umgesetzt werden.

 

Versino Financial Suite

Die Versino Financial Suite sorgt für mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Effizienz bei der Verwaltung von Fair-Value-Bewertungen in SAP Business One. Sie erleichtert die Dokumentation, Analyse und Auswertung aller relevanten Buchungen und unterstützt Unternehmen so optimal bei der IFRS-konformen Bilanzierung – auch wenn die Fair-Value-Bewertung selbst weiterhin manuell erfolgt.

 


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