Eine Ressource ist in SAP Business One ein Stammdatenobjekt für Maschinen, Arbeit oder sonstige Ressourcen, die ein Unternehmen im Produktionsprozess benötigt. Ressourcen kommen in den Modulen Produktion und Projektmanagement sowie im Arbeitszeitblatt des Moduls Personal zum Einsatz. Indirekt beeinflussen sie auch die Materialbedarfsplanung. Die Arbeit mit Ressourcen schärft den Blick auf die Kosten von Projekten und Fertigprodukten und hilft, den Faktor Zeit besser zu steuern.
Inhalte einer Ressource
Der Anwender pflegt Ressourcen unter Ressourcen • Ressourcenstammdaten. Der Ressourcenstamm bündelt drei Arten von Informationen. Allgemeine Informationen umfassen etwa Bezeichnung, Barcode und Gruppierung. Zeitbezogene Informationen zeigen, wann die Ressource verfügbar ist und wie sie ausgelastet ist. Kostenbezogene Informationen beschreiben die Kosten des Ressourceneinsatzes und erhöhen die Herstellkosten der Produkte, die die Ressource verwenden.
Der Ressourcentyp (Maschine, Arbeit oder Sonstiges) steuert die Verknüpfung mit anderen Objekten: Eine Maschine verweist auf ein Anlagegut, eine Ressource vom Typ Arbeit auf einen Mitarbeiter, eine sonstige Ressource auf kein weiteres Objekt.
Kapazitäten
Die tägliche Standardkapazität trägt der Anwender in einer Wochentabelle ein. Sie bildet allerdings nur die Kalkulationsgrundlage. Die tatsächliche, sogenannte interne Kapazität legt das Unternehmen für eine Kapazitätsperiode von höchstens einem Jahr ausdrücklich fest. Die Einzellaufkapazität gibt an, wie viele Ressourceneinheiten einem einzelnen Produktionsauftrag zur Verfügung stehen. Die verfügbare Kapazität ergibt sich aus der internen Kapazität minus bestätigter Menge plus bestellter Menge minus verbrauchter Menge. Engpässe zeigt SAP Business One in roten Zahlen an, der Anwender löst sie im Produktionsauftrag auf.
Kosten und Buchung
Die Standardkosten einer Ressource hinterlegt das Unternehmen in bis zu zehn Feldern, zum Beispiel getrennt nach Abschreibung, Energiekosten und Wartungskosten pro Maschinenstunde. Ändern sich etwa die Energiekosten, passt das Unternehmen nur diesen Kostenteil an. Setzt die Produktion eine Ressource ein, bucht SAP Business One auf das Bestandskonto für Ware in Arbeit (WIA-Konto Ressource). Das Konto für Standardaufwendungen dient dabei als Gegenkonto. Nach der Fertigmeldung entlastet SAP Business One das WIA-Konto und erhöht den Bestand an Fertigprodukten.
Verwendung in Stückliste und Produktion
Ressourcen sind neben Artikeln und Routenabschnitten der dritte Bestandteil der Stückliste. Ihre Standardkosten fließen in die Herstellkosten des Halb- oder Fertigprodukts ein. Zudem dienen Ressourcen der Kalkulation der Durchlaufzeit eines Produktionsauftrags. Den Verbrauch bucht der Anwender entweder manuell in einer eigenen Transaktion, oder SAP Business One bucht ihn bei retrograder Entnahme automatisch mit der Fertigmeldung.
Eine Ressource lässt sich außerdem mit einem Nichtbestandsartikel verknüpfen. Das ist sinnvoll, wenn ein Dienstleister die Ressource verkauft, zum Beispiel bei der Vermietung einer Maschine oder von Personenstunden. Der verknüpfte Artikel trägt die Nummer der Ressource und übernimmt deren Standardkosten. Wird die Ressource auch zugekauft, kann die Materialbedarfsplanung den verknüpften Artikel zur Bestellung vorschlagen.
Abgrenzung
Eine Ressource ist kein Arbeitsartikel. Die Lösung über Arbeitsartikel ist eher historisch bedingt und stammt aus der Zeit vor Einführung der Ressource. Ist die Kapazität für ein Unternehmen wichtig, empfiehlt sich deshalb die Ressource statt eines Arbeitsartikels.
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