Das Umsatzkostenverfahren ist ein Verfahren zur Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, bei dem den Umsatzerlösen nur die direkt zuordenbaren Aufwendungen – wie Herstellungskosten der verkauften Produkte – gegenübergestellt werden. SAP Business One unterstützt diese Methode durch automatische Buchungen und Berichtsvorlagen.

Ausführliche Erklärung/Beschreibung:
Gemäß § 275 Abs. 2 HGB können Unternehmen ihre Gewinn- und Verlustrechnung wahlweise nach dem Umsatzkostenverfahren oder dem Gesamtkostenverfahren darstellen. Das Umsatzkostenverfahren zeigt die Ertragslage durch Gegenüberstellung von Umsatzerlösen und den zugehörigen Umsatzkosten.
Inhaltliche Struktur des Verfahrens:
- Umsatzerlöse (netto, abzüglich z. B. Rabatte, Skonti, Umsatzsteuer)
- - Umsatzkosten (Herstellkosten der verkauften Produkte oder Dienstleistungen)
- = Bruttoergebnis
- ± Betriebliche Aufwendungen/Erträge (z. B. Gehälter, Vertriebskosten)
- = Betriebsergebnis
- ± neutrale Aufwendungen/Erträge (z. B. Zinsen, Steuern)
- = Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag
Unterschied zum Gesamtkostenverfahren:
- Gesamtkostenverfahren weist alle Kostenarten aus, inklusive Bestandsveränderungen und aktivierter Eigenleistungen.
- Beim Umsatzkostenverfahren erfolgt eine funktionale Gliederung nach Bereichen (Produktion, Verwaltung, Vertrieb).
Umsatzkostenverfahren in SAP Business One:
- Die Gewinn- und Verlustrechnung kann mit Hilfe von Berichtsvorlagen nach dem Umsatzkostenverfahren strukturiert werden.
- Kontinuierliche Bestandsführung ist Voraussetzung für die automatische Buchung der Kosten der verkauften Waren (COGS).
- COGS werden bei der Lieferung bzw. Faktura automatisch gebucht (Soll: Selbstkostenkonto / Haben: Bestandskonto).
- Bewertungsmethoden: Gleitender Durchschnitt, FIFO, Standardkosten, Serien-/Chargenbewertung – je nach Artikelstammdaten definiert.
- Der Gewinn- und Verlustbericht zeigt den operativen Gewinn (Operating Income) auf Basis der erfassten COGS.
Erweiterung durch Kostenrechnung:
Zusätzliche Zuweisung von Kosten zu Kostenstellen, Projekten oder Dimensionen ermöglicht differenzierte Auswertungen. Diese ergänzen die GuV um funktionale Deckungsbeitragsanalysen und erhöhen die Aussagekraft für einzelne Unternehmensbereiche.
Schlüsselmerkmale/Wichtige Aspekte:
- Erlaubt detaillierte wirtschaftliche Betrachtung von Produkt- oder Geschäftsbereichen
- Hohe Genauigkeit durch direkte Zuordnung der Herstellungskosten zum Umsatz
- Aufwändiger als das Gesamtkostenverfahren, erfordert fundierte Kostenrechnung
Zielgruppe:
Bilanzierende Unternehmen, Buchhalter, Controller, Steuerberater, Geschäftsleitung
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