Eine Zahlungserinnerung ist ein freundliches Schreiben an einen Kunden, das ihn auf eine fällige, aber noch nicht beglichene Rechnung hinweist – ohne dabei rechtliche Konsequenzen auszulösen.

Ausführliche Erklärung/Beschreibung:
Die Zahlungserinnerung dient der Kommunikation mit Kunden, die ihre Rechnung trotz Fälligkeit noch nicht bezahlt haben. Im Gegensatz zur Mahnung stellt sie keine rechtliche Aufforderung dar, sondern erinnert zunächst höflich an die offene Forderung. Ziel ist es, eine schnelle Zahlung zu erzielen und das Kundenverhältnis nicht zu belasten. Eine korrekt formulierte Zahlungserinnerung kann jedoch Voraussetzung für den späteren Eintritt in den Zahlungsverzug sein.
Typische Inhalte einer Zahlungserinnerung sind:
- Fälligkeitsdatum der Rechnung
- Offener Rechnungsbetrag
- Kundennummer, Rechnungsnummer und -datum
- Hinweis auf den fehlenden Zahlungseingang
- Optional: Hinweis auf bevorstehenden Zahlungsverzug
Freundliche Formulierungen wie „Wir möchten Sie höflich daran erinnern …“ oder „Bitte prüfen Sie, ob Sie den Rechnungsbetrag bereits überwiesen haben …“ sind empfehlenswert. Zu berücksichtigen ist, dass die Zahlung eventuell bereits angewiesen, aber noch nicht verbucht wurde.
Einbindung in Geschäftsprozesse
In SAP Business One ist die Zahlungserinnerung oft die erste Stufe im Mahnwesen. Sie kann manuell erstellt oder als Teil eines automatisierten Mahnprozesses über den Mahnassistenten verschickt werden – meist als „Mahnstufe 0“ oder mit angepasstem Mahntext ohne rechtliche Drohkulisse.
Relevante Module und Funktionen
- Modul: Finanzwesen
- Funktion: Mahnwesen (Mahnassistent/Mahnlauf)
- Funktion: OP-Listen mit Fälligkeitsübersicht
Konkrete Anwendungsbeispiele
- Ein Unternehmen versendet bei Rechnungen, die fünf Tage überfällig sind, automatisch eine Zahlungserinnerung mit Hinweis auf die offene Summe.
- Im Mahnassistenten von SAP Business One wird für Kunden mit niedrigem Risiko zunächst eine Zahlungserinnerung generiert, bevor eine formelle Mahnung erfolgt.
Schlüsselmerkmale/Wichtige Aspekte
- Keine rechtlichen Konsequenzen wie bei einer Mahnung
- Dient als freundliche Vorstufe im Forderungsmanagement
- Kann Voraussetzung für Verzugseintritt sein
- Individuell anpassbare Formulierungen möglich
Verwandte Begriffe/Querverweise:
Vorteile/Nutzen (optional):
Eine Zahlungserinnerung hilft, Zahlungen ohne Eskalation einzufordern und die Kundenzufriedenheit zu erhalten.
Best Practices/Hinweise zur Verwendung (optional):
- Verwenden Sie freundliche, kundenorientierte Sprache.
- Berücksichtigen Sie mögliche Zahlungswege und Banklaufzeiten.
- Nutzen Sie die Zahlungserinnerung als Einstieg in ein gestaffeltes Mahnwesen.
Zielgruppe:
Finanzbuchhaltung, Debitorenmanagement, Kundenservice, SAP-Key-User
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