Zahlungsfristen in SAP Business One bestimmen den Zeitraum, innerhalb dessen eine Rechnung beglichen werden muss. Sie werden durch die im System gepflegten Zahlungsbedingungen definiert und regeln sowohl das Fälligkeitsdatum als auch mögliche Skontofristen.

Strukturelle Elemente:
- Nettofälligkeit: Der letztmögliche Termin zur Zahlung ohne Abzug.
- Skontofristen: Zeiträume, innerhalb derer ein Skonto gewährt wird. Es sind mehrere Fristen und Sätze möglich.
- Toleranztage: Ein Puffer zur Fälligkeit – typischerweise für interne Kulanzregelungen.
- Ratenzahlung: Zahlungsbedingungen können so konfiguriert werden, dass mehrere Fälligkeiten mit Teilbeträgen entstehen.
Technische Konfiguration:
- Zahlungsbedingungen werden zentral unter Administration → Definition → Geschäftspartner → Zahlungsbedingungen gepflegt.
- Die Fristberechnung kann auf Belegdatum, Buchungsdatum oder Systemdatum basieren – empfohlen wird die Orientierung am Belegdatum.
- Der Startpunkt der Frist lässt sich feinjustieren (z. B. Monatsbeginn, -mitte, -ende).
- Zahlungsfristen können in Tagen oder Monaten angegeben werden.
Praktische Anwendung:
- In Belegen (z. B. Rechnungen) wird das Fälligkeitsdatum automatisch basierend auf der Zahlungsbedingung des Geschäftspartners berechnet.
- Die Frist ist maßgeblich für das Mahnwesen. Überfällige Beträge werden u. a. im Bericht Fälligkeit Kundenverbindlichkeiten angezeigt.
- Im Zahlungsassistenten kann die Frist als Filterkriterium für Zahlungsläufe verwendet werden.
- Raten und deren Fälligkeit werden automatisch berechnet und dargestellt, wenn eine entsprechende Zahlungsbedingung gewählt wird.
- Im Geschäftspartnerstammsatz kann eine durchschnittliche Zahlungsverzögerung hinterlegt werden, welche in der Cashflow-Prognose berücksichtigt wird.
Hinweise zur Pflege:
- Standard-Zahlungsbedingungen lassen sich unter Administration → Systeminitialisierung → Allgemeine Einstellungen → GP definieren.
- Für Kunden sind Verkaufspreislisten, für Lieferanten Einkaufspreislisten zu verknüpfen.
- Fälligkeitsdaten der Buchungsperioden sollten weit genug in die Zukunft gesetzt sein, um über Jahresgrenzen hinaus korrekt zu arbeiten.
Beispiel: Eine Zahlungsbedingung mit 30 Tagen Nettofälligkeit und 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen führt dazu, dass das System bei Rechnungserstellung automatisch ein Skontofälligkeitsdatum in 10 Tagen und ein Endfälligkeitsdatum in 30 Tagen berechnet und anzeigt.
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