Das Y-Modell bezeichnet laut Beitrag (Stand November 2025) ein dezentrales Verfahrensmodell der laufenden Transaktionskontrolle (Decentralized CTC): Unternehmen tauschen E-Rechnungen über private, akkreditierte Plattformen aus, und diese Plattformen melden die Rechnungsdaten an eine zentrale staatliche Plattform.
Funktionsweise am Beispiel Frankreich
Frankreich setzt dieses Modell um. Die privaten Plattformen heißen dort Partner Dematerialisation Platforms (PDP, französisch Plateformes de Dématérialisation Partenaires). Der französische Staat zertifiziert diese Dienstleister. PDP dürfen E-Rechnungen direkt mit anderen PDP austauschen, ohne den Umweg über das öffentliche Rechnungsportal PPF. Als Partner der Steuerverwaltung übernehmen PDP zusätzlich Verzeichnispflege, E-Reporting und Compliance-Prüfungen. Laut Beitrag ist der Austausch in Frankreich nur über akkreditierte PDP zulässig, die mit der staatlichen Plattform PPF verbunden sind.
Das französische Modell ist eng mit den Peppol-Interoperabilitätsstandards abgestimmt. Die technische Herausforderung liegt in der Harmonisierung der XML-Formate UBL, CII und Factur-X. Laut Beitrag sind in Frankreich Factur-X, UBL und CII als technische Standards vorgesehen.
Zeitplan
Laut Beitrag (Stand November 2025) gilt in Frankreich im B2B-Bereich ab 01.09.2026 eine Empfangspflicht für alle Unternehmen und eine Versandpflicht für große Unternehmen. Ab 01.09.2027 folgt die Versandpflicht für KMU und Kleinstunternehmen. Eine Fachquelle (Stand 2026) nennt ebenfalls September 2026 als Start des Mandats und eine Pilotphase ab Februar 2026, in der Unternehmen ihre Systeme vor dem Start testen können.
Abgrenzung
Beim Clearance-Modell (E-Rechnung) prüft eine zentrale staatliche Plattform die Rechnung selbst. Im Y-Modell laufen Austausch und Meldung dagegen über zertifizierte private Plattformen. Im Vier-Ecken-Modell (PEPPOL) ist die Steuerbehörde an der Übermittlung nicht beteiligt, etwa in Belgien. Siehe auch Factur-X und E-Reporting (E-Rechnung).
E-Rechnungs-Check der Versino Financial Suite
Webinar E-Rechnung Endspurt
E-Rechnung 2026: Was sich für KMU und SAP-B1-Anwender jetzt ändert
E-Rechnung 2026: Vom Empfang zur Versandpflicht — was der Mittelstand jetzt klären muss
E-Rechnung in Europa: Harmonisierter Standard und nationale Fragmentierung
E-Rechnung im Mittelstand: Die Uhr läuft
Frankreich E-Rechnung 2026: Was Unternehmen mit französischer Steuernummer jetzt wissen müssen
Leistungsbeschreibung in der E-Rechnung: Wie viel Detail muss wirklich hinein?
Verifactu in Spanien: die neue Rechnungsstellungspflicht

